Die immer komplexer und umfangreicher werdenden Problemstellungen in der Arbeitswelt, in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und in der Umwelt, verlangen einerseits nach Expertise, aber auch nach Innovationsfähigkeit. Während Ersteres in vielen Studiengängen, Ausbildungen, Schulungen usw. meist systematisch abgedeckt ist, wird die Schulung von Kreativität und Innovation (d. h. die Umsetzung der Resultate kreativer Prozesse) in der Regel vernachlässigt. An dieser gesellschaftlich hoch relevanten Lücke setzt das interdisziplinäre Forschungsprojekt an, das sich in andragogischen Kontexten forschungsbasiert mit der Frage auseinandersetzt, was die personalen, organisationalen und situativen Determinanten kreativer Prozesse sind, wie diese Prozesse gefördert und wie deren Resultate angewandt und damit in Innovationen überführt werden können. Das Forschungsprojekt ist bewusst interdisziplinär angelegt und bezieht neben den Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften auch Pädagogik und Psychologie mit ein. Erste Forschungsergebnisse wurden bereits veröffentlicht (Werner, 2010; Tang et al., 2010; Werner et al., 2010; Werner et al., 2011). Zudem erfolgte die didaktische Aufbereitung und Vermittlung dieser Erkenntnisse im Rahmen einer Summer School, die 2010 in Peking stattgefunden hat. Die Teilnehmer wurden aus Studierenden aus ganz China rekrutiert, die einen Bewerbungsprozess durchlaufen mussten. Am Ende konnten sich 30 Studentinnen und Studenten über eine Zusage freuen. Das Thema der zweiwöchigen Summer School lautete "Applied Creativity across Domains". Dementsprechend erfuhren die Studierenden im Unterricht und in zahlreichen Übungen und Exkursionen viel über innovative Problemlösungsstrategien und darüber, wie der Mensch sein kreatives und innovatives Potential in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen und Wissenschaftsgebieten sinnvoll einsetzen kann. Das Projekt wurde in Kooperation mit der Chinese Academy of Sciences P.R. China (Prof. Dr. Jinnong Shi) und mit der Beijing Normal University (Prof. Dr. Jiliang Shen) realisiert.
Veröffentlichung der Forschungsergebnisse:
Werner, C./Cao, G./Tang, M./Tumasjan, A./Shi, J./Shen, J./Spörrle, M. (2010): This is not about art, it’s about work: Comparing Chinese to Germans regarding creative performance on the basis of job-related verbal tasks. In: Tan, A. G. (ed.), Creativity in Business and Education: Interdisciplinary and Intercultural Aspects chap. 9, 97-115. Singapore: Printers Pte Ltd.
Tang, M./Shi, J./Shen, J./Tumasjan, A./Spörrle, M./Werner, C. (2010): Farben wirken immer gleich? Ein Kulturvergleich des Annäherungs- und Vermeidungspotentials von Rot und Blau. Posterpräsentation auf dem 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, 26-30.09.2010, Bremen, Deutschland.
Werner, C. (2010): Creativity in business and education. Closing remarks at the 2nd international conference on ‘Creativity in Business and Education: Interdisciplinary and Intercultural Aspects’, 24.-25.06.2010, University of Munich, Germany.
Werner, C./Tang, L. M./Schmidt, J./Mielke, A./Spörrle, M./Neber, H./Zhou, Z./Zhao, X./Cao, G. (2011): Applied creativity across domains and cultures: Integrating Eastern and Western perspectives. Creative Personality, 9, 228–240.
Projektleiter: Prof. Dr. Dr. Christian Werner und Prof. Dr. Matthias Spörrle